Offene Kommunikation schafft Vertrauen.
Offene Kommunikation verbessert die Zusammenarbeit.
Offene Kommunikation fördert einen guten Austausch.

Reden ist das A und O – damit alle im Unternehmen sicher und gesund arbeiten können.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, sagte einst der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Das gilt insbesondere in Betrieben. Eine Kollegin, die nicht grüßt, oder eine Führung, die zu Fusionsgerüchten schweigt, sendet Botschaften ohne Worte aus. Es kommt also darauf an, Informationen, die für einzelne Beschäftigte wichtig sind, gezielt weiterzugeben und sich auf Augenhöhe auszutauschen.

Der regelmäßige Austausch von Informationen ist eine Voraussetzung, um erfolgreich sicher und gesund miteinander arbeiten zu können. Missverständnisse und verloren gegangene Informationen hingegen sind betriebliche Störfälle: Prozesse können sich verlangsamen, die Qualität der Produkte leidet, gesundheitliche Risiken oder Unfälle drohen, Unzufriedenheit und Ärger können die Folgen sein.

Funktionierende Kommunikationswege helfen also dabei, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden. Sie gewährleisten, dass sicherheits- und gesundheitsrelevante Informationen allen, die sie benötigen, tatsächlich zur Verfügung stehen.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße

Kommunikation beeinflusst auf vielen verschiedenen Ebenen die Sicherheit und Gesundheit sowie das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Wer ein offenes Ohr für Fragen und interessante Ideen hat und diese auf Augenhöhe diskutiert, kann sich weiterentwickeln. Für Betriebe bedeutet das: ein Plus an Produktivität und Zukunftsfähigkeit sowie eine Reduktion von Risiken. Ebenso hängen das persönliche Wohlbefinden und das Betriebsklima stark von der Kommunikation ab. Wo der Austausch funktioniert, ist das Miteinander spürbar von gemeinsamen Werten geprägt. 

„Austicken ist so Neunziger“

Kommunikation ist keine Einbahnstraße – und schon gar nicht, wie in diesem Video-Spot. Der Chef patrouilliert im Großraumbüro zwischen den Schreibtischen und nähert sich einer Mitarbeiterin, die vor Nervosität die Bleistiftspitze abbricht und … 

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Wertschätzung als Grundlage

Die entscheidende Basis konstruktiver Gespräche ist die Wertschätzung des Gegenübers – beispielsweise bei regelmäßigen Mitarbeitergesprächen. Der richtige Ton sorgt zugleich für eine Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Unternehmenskultur, inklusive des gelebten Sicherheits- und Gesundheitsverhaltens. Aktiv trägt dazu der regelmäßige Austausch zu Problemen und Ideen bei. Sei es als wiederkehrender Punkt auf der Tagesordnung von Teambesprechungen, bei besonderen Anlässen wie „Ideen-Treffen“, oder durch einen informellen Austausch beim Betriebssport: Allein die Kommunikation über Risiken und Verbesserungspotenziale erhöht bereits das Sicherheits- und Gesundheitsniveau für alle.

Miteinander reden – Störungen vermeiden

„Mich hat ja niemand gefragt …“ So oder so ähnlich klingt es, wenn kleine Versäumnisse plötzlich in große Konflikte münden. An dieser Stelle fehlt oft eine regelmäßige Versammlung aller  Beschäftigten – zum Beispiel einmal im Monat im Rahmen eines Ideentreffens. Dabei handelt es sich um regelmäßige Besprechungen mit einer Ergebnisdokumentation. Das Ziel: Die Belegschaft soll miteinander reden und so Störungen vermeiden, die die Sicherheit und Gesundheit im Betrieb gefährden. Die Moderation dieser Veranstaltung sollte wechseln, die Dokumentation ist Aufgabe der Betriebsleitung.

Stufe 1 – Kernfragen während eines Ideentreffens:

  • Wo gab es welche Probleme – innerhalb der Arbeitsorganisation, innerhalb der Abläufe?
  • Was hat Stress ausgelöst und weshalb?
  • Welche gefährlichen Situationen gab es – im Miteinander, innerhalb der Abläufe?
  • In welchen Bereichen lief es optimal? (Erfolg ergründen und feiern!)
  • Das Video „Was sind Ideentreffen? Und wie geht's?“ erklärt die Grundlagen eines Ideentreffens.


Stufe 2 – Lösungsvorschläge konkret formulieren:

  • Was werden wir im Verhalten und in den Arbeitsabläufen verändern, wenn die Versammlung endet?
  • Wer ist verantwortlich für die Umsetzung der Lösungswege? (Verantwortliche benennen)
  • Wer überwacht die dauerhafte Veränderung der Abläufe/Verhaltensweisen? (Verantwortliche benennen)

Kurze Fragen zur Selbstreflexion

  • Teile ich Informationen, die für andere ebenfalls wichtig sind oder sein können?
  • Bringe ich Kritik sachlich an und suche gemeinsam im Team nach Lösungen?
  • Bringe ich mich mit eigenen Ideen und Vorschlägen ein?
  • Begegne ich anderen Menschen mit Wertschätzung, Höflichkeit und Respekt?
  • Spreche ich ehrlich das an, was mir auffällt oder wo ich unsicher bin?

Tipps

Transparenz schaffen

Transparenz ist einer der Erfolgsfaktoren für funktionierende Kommunikation. Machen Sie Informationen transparent, indem Sie regelmäßig über das Unternehmen bzw. die Einrichtung, aktuelle Entwicklungen und konkrete Handlungsweisen informieren.
 

Kommunikationswege gestalten

Achten Sie darauf, dass im Betrieb verlässliche Kommunikationswege vorhanden sind. So stellen Sie sicher, dass alle Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden.


Selbstverpflichtung für eine gute Kommunikation

Eine Selbstverpflichtung kann ein wichtiger Baustein für Führungskräfte sein, um Beschäftigten ein klares Leitbild aufzuzeigen. Meist ist kein aufwendiges Dokument nötig – eine A3-Seite im Flur reicht häufig, um die wichtigsten Werte des Unternehmens darzustellen und im folgenden Schritt im Betriebsalltag zu leben.

Handlungshilfen zu Kommunikation

„Reden ist das A und O“, denn wertschätzende Kommunikation ist die Voraussetzung um sicher und gesund miteinander zu arbeiten. Regeln für Geben und Nehmen von Feedback können hier genauso hilfreich sein wie der informelle Austausch beim Betriebssport. Mehr zum Thema Kommunikation und den Möglichkeiten für kommmitmenschen – an Information und konkreten Maßnahmen zur Umsetzung – finden Sie in den Handlungshilfen. Einfach anklicken und sofort nutzwertige Information abrufen.

Checkliste: Betriebliche Merkmale einer gesundheitsorientierten Kommunikation

✓ Es ist klar, wo und wie betriebsrelevante Informationen verfügbar sind.

✓ Beschäftigte haben Zugang zu den für sie relevanten Informationen.

✓ Ein wertschätzendes Kommunikationsverhalten wird gepflegt und gefördert.

✓ Beschäftigte erhalten eine Rückmeldung über die eigene Arbeitsleistung.

✓ Jahresmitarbeitergespräche werden eingeführt oder verbessert.

✓ Regelmäßige Team- oder Bereichsbesprechungen oder andere Formen der regelmäßigen Kommunikation untereinander finden statt.

✓ Es bestehen Möglichkeiten zum informellen Austausch.