Sandro Zehner, Bürgermeister der Stadt Taunusstein – Ich bin kommmitmensch

Ideen erwünscht

Sandro Zehner möchte mit seiner Verwaltung einen Kulturwandel gestalten. Der Bürgermeister der hessischen Mittelstadt Taunusstein will die gesamte Belegschaft einbinden – und fordert dazu aktiv Ideen von allen ein.

Sandro Zehner – Bürgermeister der Stadt Taunusstein im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Heute schon an morgen denken

Wer denkt, der öffentliche Dienst sei von starren Strukturen durchzogen, der hat Sandro Zehner noch nicht getroffen. Der Bürgermeister der Stadt Taunusstein vor den Toren Wiesbadens setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um seine Stadtverwaltung als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Zehner stellt sich damit einer gewaltigen Herausforderung: In den kommenden fünf Jahren wird rund ein Drittel der 350 Stellen in der Verwaltung frei, weil die jetzigen Angestellten in den Ruhestand gehen. Um auch in der Folgezeit eine leistungsfähige Belegschaft zu sichern, schafft der Bürgermeister nun passende Rahmenbedingungen für die individuellen Bedürfnisse der kommenden Generation. Ansatzpunkte gibt es viele – doch wo fängt er an?

Wir begreifen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Innovationsträger. Sie liefern viele Impulse und Vorschläge für Verbesserungen.

Einfach mal nachfragen

Zehner legt viel Wert darauf, dass sich die Angestellten bei der Stadt wohlfühlen. Ein zentrales Anliegen: Er will mit einer flexiblen Arbeitsumgebung punkten, die sich an der Gesundheit und dem Wohlergehen jedes Einzelnen orientiert. Immer wieder hinterfragt er dazu bestehende Strukturen: Ist die Stadt als Arbeitgeberin noch konkurrenzfähig? Was braucht die Belegschaft? Wo muss er anpacken?

Antworten auf die Fragen liefern immer häufiger die Beschäftigten selbst. Für den Bürgermeister ist klar: Sie sind die Treiber des Veränderungsprozesses. Deshalb legt er viel Wert auf ihre Vorstellungen, Ansichten, Ideen und Wünsche. Als eine Mitarbeiterin mit dem Vorschlag auf ihn zukam, kostenloses Wasser für alle anzubieten, war Zehner begeistert – und handelte: Inzwischen steht in der Teeküche des Rathauses ein Wasserspender für alle bereit.

Sandro Zehner – Bürgermeister der Stadt Taunusstein

Wir wollen so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse unserer Beschäftigten eingehen.

Sandro Zehner – Bürgermeister der Stadt Taunusstein im Gespräch mit einem Mitarbeiter

Work-Life-Balance

Auch für Sorgen und besondere Umstände hat Zehner ein offenes Ohr. Gerade wenn es um sensible Themen wie Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger geht, ist er als Arbeitgeber gefragt. Für Zehner ist klar: Arbeit und Privatleben dürfen nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sollen sich möglichst so gut ergänzen, dass beides im Alltag zusammenpasst. Dazu setzt der Bürgermeister unter anderem auf Teilzeitjobs und flexible Arbeitszeiten. Er stellt auch gerne junge Mütter und Väter ein, die keine volle Stelle wollen.

Die Botschaft an sein Team ist eindeutig: Beschäftigte zählen nicht bloß acht Stunden am Tag als Arbeitskraft, sondern sind als Menschen die ganze Zeit präsent – mit allen Themen, die sie bei der Arbeit und privat beschäftigen. So kommt es auch, dass Zehner sich gemeinsam mit allen Führungskräften der Bereiche und Abteilungen intensiv mit den Ursachen und Folgen psychischer Belastungen auseinandersetzt. Selbst dort, wo er keine offensichtlichen Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz sieht, will er seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren – um helfen zu können, bevor etwas passiert.

Immer am Ball bleiben

Vorsorge ist kein Selbstläufer, das weiß inzwischen jeder in der Verwaltung von Taunusstein. Allen im Haus ist klar: Gesundheit ist keine Pflichtübung, sondern ein ernsthaftes Anliegen, für das jede und jeder einen Beitrag leistet.

Tipp 1: Briefkasten an der Wand; Tipp 2: Wer fragt, gewinnt!; Tipp 3: Blumenstrauß auf den Schreibtisch